Gott mit uns

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Vor etwa hundert Jahren verkündete der deutsche Kaiser Wilhelm II: "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen." Seit dem ersten der beiden von Deutschland angefangenen Weltkriege trugen die Soldaten auf ihrem Koppel das Motto "Gott mit uns". - Inzwischen ist uns Deutschen der Wahn gründlich ausgetrieben worden, wir könnten Gott für unsere eigensüchtigen nationalen Ziele einspannen.

Kann es sein, dass die derzeit führende Weltmacht in diesem Punkt noch ein Jahrhundert hintendran ist? Nach der festen Überzeugung von George W. Bush ist es Gottes Wille, dass er als Präsident der USA die Welt vom Bösen befreit. Selbstverständlich ist er auch im Besitz der Weisheit, zu entscheiden, was Gut und Böse ist. Dieses klare Schwarz-Weiß-Weltbild befreit dann auch von der Notwendigkeit, sich mit den Details der Realität vertraut zu machen.

Außerdem beruft Bush sich auf Jesus als Sonderberater für seine Kreuzzüge. Das ist natürlich beruhigend in einem Krieg, in dem man Raketen auf Moscheen abschießt und ganze Stadtviertel platt macht, in denen sich (nur?) "Terroristen" aufhalten.

Aber irgend etwas kann da nicht stimmen. Da gab es doch früher andere Richtlinien: "Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!" -"Liebet eure Feinde!" - "Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan."

Das sollte Bush zu denken geben. Vielleicht sind damit ja zehntausende tote und verletzte irakische Männer, Frauen und Kinder gemeint, deren einzige Schuld es war, dass sie zur "Achse des Bösen" gezählt wurden. Geringste Brüder? Gut, gering geschätzt wurden sie von ihm. Aber dass sie Brüder sind... Wenn ihm das sein Sonderberater nicht gesagt hat, dann war das ein anderer als der, den wir unter dem Namen Jesus kennen!

02.03.05

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