Evolution + Schöpfung

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Kann die heutige Welt, insbesondere die Natur, dadurch erklärt werden, dass sich in einer bestimmten Umwelt jeweils das am besten dafür angepasste Lebewesen durchsetzte, und dass Weiterentwicklung dadurch entstand, weil zufällige Mutationen einen Vorsprung im Überlebenskampf hatten? So in etwa ist die Lehre von Darwin.

Nein, sagen die Leute, die die Bibel wörtlich nehmen: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde . . . und genau so war’s, sagen sie, und nach sieben Tagen war er fertig. Es gab einen Intelligent Designer, und die Evolutionslehre ist ein Werk des Teufels. Über dieses Thema gibt es inzwischen – ausgehend von Amerika – weltweite Grundsatzdiskussionen.

Wer hat nun Recht? In meinen Augen beide Seiten – oder keine. Beide Erklärungen greifen zu kurz.

Selbstverständlich funktioniert das Prinzip der Evolution. Aber das allein kann’s wohl nicht gewesen sein. Da ist einmal das Problem der langen Zeit, die eine Evolution erfordert, und wenn man von heute zurück rechnet bis zur Entstehung unseres Planeten und der „Ursuppe“, in der das Leben angeblich irgendwie zufällig entstanden ist, dann müsste während einiger Entwicklungsstufen ein ganz schöner Zeitdruck geherrscht haben. Ob unter einem derartigen Zeitdruck so ein tolles Ergebnis herauskommt, praktisch nur durch Zufall?

Der zweite Punkt ist, dass die Evolution nur in kleinen Schritten voran geht und die zufällige Entwicklung belohnt, die unter den gegebenen Umständen einen Vorteil bildet. Wie kommt es aber dann beispielsweise zur Entwicklung des Auges? Ein blindes primitives schneckenartiges Wesen im Wasser weiß gar nicht, was ein Auge ist und wozu es gut wäre. Es kann sich also nicht gezielt ein Auge wachsen lassen. Andererseits sind zum Bau eines funktionierenden Auges so viele Komponenten erforderlich, dass es schwer vorstellbar ist, diese Komponenten hätten sich in genau dieser Kombination zufällig gleichzeitig entwickelt. Denn bis das Auge voll funktionierte, hätten diese vielen Mutationen ja keinen Vorteil gegenüber den Konkurrenten gehabt, bei denen nicht mal ansatzweise ein Auge am Entwickeln war. Der Gedanke liegt also nahe, dass „jemand“ einen Plan für Lebewesen mit Augen hatte und deshalb die Entwicklung dahin steuerte.

Der Intelligent Designer also, ein Entwickler in einem Labor sozusagen, der andauernd mit Gen-Forschung beschäftigt war, um seine Geschöpfe weiter zu entwickeln, damit sie auch unter neuen Umweltbedingungen noch die Nase vorn behielten. Wenn dies das Gottesbild ist, das den Vertretern der puren Evolution entgegen gehalten wird, dann muss ich sagen: Was für eine traurige Karikatur Gottes! Wenn die heutige wissenschaftsgläubige Welt keinen Gott mehr braucht, um die Welt zu erklären, dann soll sie mal versuchen, wie weit sie kommt. Aber ein Intelligent Designer ist nun wirklich kein geeignetes Argument in diesem Streit. Auch wenn in der Bibel eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung der Schöpfung gegeben wird – man darf sie nicht wörtlich nehmen: Es ist nur eine symbolische Beschreibung, es wird beschrieben, in welcher Reihenfolge sich das Leben auf unserem Planeten entwickelte.

Wenn geschrieben steht: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“, dann ist das der Versuch, für einen kleinen Erdenbewohner mit begrenztem Begriffsvermögen in Worte zu fassen, dass die Welt – das Weltall! – Gottes Werk ist, besser: dass Gott Alles ist.

Die Schöpfung begnügt sich nicht mit dem einmal Geschaffenen, die schöpferische Fantasie will immer weiter, und das ist der Urgrund aller Entwicklung. Der Drang nach immer Neuem wurde der Schöpfung mitgegeben, und so entwickelte sich die Vielfalt der Natur. Ein Weg dabei ist die Evolution, selbstverständlich! Sie gehört zum großen Plan des Werdens und Vergehens, der Erschaffung von immer wieder Neuem.

Wie ich es sehe, sind Schöpfung und Evolution kein Widerspruch. Für mich ist die Evolution ein Werkzeug der Schöpfung.

09.01.13

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